{"id":68,"date":"2018-01-21T09:26:28","date_gmt":"2018-01-21T09:26:28","guid":{"rendered":"http:\/\/baobab-verein.org\/?page_id=68"},"modified":"2018-01-21T09:26:28","modified_gmt":"2018-01-21T09:26:28","slug":"januar-2006","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/baobab-verein.org\/?page_id=68","title":{"rendered":"Januar 2006"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">Zum 11.01.2006 war Schulanfang in Namibia. Einige Schwierigkeiten im Kapps-Kindergarten konnten gel\u00f6st werden, die Schuluniformen f\u00fcr die einzuschulenden Kinder wurden gekauft und in Anwesenheit der Eltern ausgegeben. Im Morning-Sun und Ebenacer-Kindergarten in Katutura waren nicht viele Kinder anwesend &#8211; dies ist der besonderen Struktur der Kinderg\u00e4rten geschuldet: Im Gegensatz zum Kapps-Farm-Kindergarten, in dem die Erzieherin ein Gehalt von uns erh\u00e4lt, verlangen Ellie und Martha &#8211; die Kinderg\u00e4rtnerinnen dort &#8211; von den Eltern der Kinder Geld f\u00fcr diese Dienstleistung &#8211; 40 bis 60 N$ pro Monat inklusive einem oder zwei warmen Essen pro Arbeitstag. Die Eltern melden deshalb oft die Kinder, die eingeschult werden, schon im Oktober vom Kindergarten ab, im Dezember ist der Kindergarten aufgrund der gro\u00dfen &#8222;Sommerferien&#8220; sowieso geschlossen. Im Januar ist bis zur Wiederer\u00f6ffnung der halbe Monat vorbei und die Eltern haben oft nach den Ferien kein Geld, die Kinder in den Kindergarten zu schicken. Sie verbringen die Ferien im Norden Namibias, woher der Gro\u00dfteil der Einwohner Windhoeks stammt, bei Verwandten. Diese zwei bis drei Monate sind f\u00fcr die Erzieherinnen eine einkommenslose Zeit, weshalb der Baobab-Verein ihnen dann ein \u00dcberbr\u00fcckungsgeld zahlt. Das ganze Jahr m\u00f6chten wir Ihnen kein Gehalt zahlen, da die Eltern der Kinder in diesen Kinderg\u00e4rten Bildung einen Wert zubilligen und Verantwortung f\u00fcr die Ausbildung \u00fcbernehmen. Wir konzentrieren uns in diesen Kinderg\u00e4rten darauf, die Lernm\u00f6glichkeiten der Kinder zu optimieren , Arbeitsmaterial bereitzustellen, Notf\u00e4lle zu erkennen und dann auszuhelfen, Bauma\u00dfnahmen zu finanzieren und f\u00fcr ausreichend Essen zu sorgen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wir bringen auch gerne Tipps aus den deutschen Kinderg\u00e4rten mit, k\u00e4mpfen aber manchmal auch mit Problemen: Knetmasse ist in Namibia nicht zu kaufen, selber mischen aus Mehl, \u00d6l und Alaun bereitete uns aufgrund der Nahrungsmittelknappheit ein schlechtes Gewissen. Wir f\u00e4rben nun Fensterkitt mit aus Deutschland mitgebrachten Lebensmittelfarben ein, was gut funktioniert und den Kindern viel Freude bereitet.<br \/>\nMartha wird ab Februar wieder etwa 30 Kinder im Kindergarten haben, davon 10-12 Babys, f\u00fcr die sie eine extra Betreuerin hat. Der Antrag f\u00fcr die Toilette in Marthas Kindergarten ist nun genehmigt, aufgrund der Ferien k\u00f6nnen wir den Auftrag nicht vergeben, m\u00f6chten dies aber gleich im M\u00e4rz tun.<\/p>\n<p align=\"justify\">Um den Ebenacer-Kindergarten tut sich auch etwas: Die Gegend wurde erschlossen, Wasser und Strom sind gelegt, nur der Anschluss an die H\u00fctten fehlt noch. Das komplette Umfeld des Kindergartens ist mit Wellblechh\u00fctten bebaut, Steingeb\u00e4ude existieren nicht. Ger\u00fcchteweise heisst es, offizielle Geb\u00e4ude wie Kinderg\u00e4rten m\u00fcssten das Wellblech abreissen und in Stein gebaut werden &#8211; Ellie wurde schon initiativ und hat bei einem gro\u00dfen Bauunternehmen einen Antrag auf Spendenhilfe gestellt, welcher positiv beantwortet wurde. Unsere Beh\u00f6rdeng\u00e4nge bez\u00fcglich dieses Ger\u00fcchtes waren allerdings bis jetzt erfolglos, wir wissen noch nichts Genaueres.<\/p>\n<p align=\"justify\">In Ellies Kindergarten gehen etwa 70 Kinder, deren Eltern etwa zur H\u00e4lfte die Monatsbeitr\u00e4ge bezahlen &#8211; mal zahlt der Eine, dann wieder nicht, daf\u00fcr ein Anderer. Ellie kann mit dieser Situation leben, Sorgen bereiten ihr aber die vermehrt auftretenden Stra\u00dfenkinder. Diese sind meist Waisen, m\u00e4nnlich und zwischen zehn und f\u00fcnfzehn Jahren alt. Sie versuchen zu \u00fcberleben, meistens auf nicht ganz legale Weise. F\u00fcr diese Kinder kocht Ellie einmal am Tag. W\u00e4hrend diese Kinder essen, versucht Ellie, positiv auf sie einzuwirken und ihnen Moralvorstellungen zu vermitteln. Auch l\u00e4sst sie einige in ihrer Privatwohnung schlafen &#8211; im Kindergarten w\u00fcrden sie zuviel stehlen, meint sie. Sie hat auch eine Schule in Windhoek ausfindig gemacht, die \u00e4ltere Analphabeten annimmt. Drei dieser Kinder hat sie dorthin schon vermittelt. Wir m\u00f6chten im M\u00e4rz Kontakt mit dieser Schule aufnehmen, um mehr Pl\u00e4tze f\u00fcr die Stra\u00dfenkinder zu bekommen &#8211; es scheint sich um eine Privatschule mit geringen Mitteln zu handeln.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Nachhinein war es positiv, zur Einschulung in Namibia gewesen zu sein: Manchmal waren die Zust\u00e4nde leicht chaotisch, Kinder, deren Schulgeld bezahlt war, wurden aufgrund von Kleinigkeiten (fehlendes M\u00e4ppchen, fehlende Stifte) abgewiesen und der Platz anderweitig vergeben. Die Eltern wandten sich an uns, selbst kleinste Geldbetr\u00e4ge konnten nicht selbst aufgebracht werden. Durch unsere Hilfe konnten alle Kinder eingeschult werden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Rodney und Jakob, die zwei Waisenjungen aus Kapps, mu\u00dften auch wieder in die Schule nach Blouwkrans, 80 Kilometer s\u00fcdlich von Windhoek, gebracht werden. Wir fragten die Jungen, ob sie noch Decken und Matratzen h\u00e4tten, letztes Jahr herrschten f\u00fcrchterliche Zust\u00e4nde in diesem Internat. Beide bejahten die Frage. Bei der Ankunft in Blouwkrans staunten wir nicht schlecht: Schulgeb\u00e4ude und Internatsgeb\u00e4ude sind restauriert, alle Fensterscheiben sind ganz, bis auf ein paar wenige, die w\u00e4hrend der Ferien aufgrund eines Einbruchsversuchs kaputtgingen. Die W\u00e4nde sind frisch gestrichen, die Fu\u00dfb\u00f6den neu gefliest. Der Schulleiter zeigte uns alles voller Stolz, letztes Jahr hatten wir ihm mit Zeitung und Fernsehen gedroht.<br \/>\nDie Kinder allerdings schliefen immer noch auf Matratzenfetzen &#8211; in den sch\u00f6nen R\u00e4umen standen keine Betten! Auf unsere Nachfrage hin teilte der Schulleiter mit, dass er Doppelstockbetten aus Metall eingelagert h\u00e4tte, diese aber nicht herausgeben d\u00fcrfe, da der Staat verlange, das die Eltern f\u00fcr jedes Kind eine eigene Matratze liefern m\u00fcssten. Dies k\u00f6nnten sich die Eltern nicht leisten, da sie teilweise auch mehrere Kinder im Internat h\u00e4tten. Etwa 100 Kinder hatten Matratzen,wie auch Rodney und Jakob. Etwa 150 Matratzen fehlten. Wir versprachen der Schule Hilfe. Eine Matratze kostet umgerechnet 15 Euro. Die Matratzenfabrik in Windhoek hatte bei unserer Abreise leider noch geschlossen, aber wir hoffen, diesen Mi\u00dfstand bald beheben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Aris Kindergarten, etwa 60 Kilometer s\u00fcdwestlich von Windhoek, werden f\u00fcnfzehn Kinder auf die Schule vorbereitet. Er tr\u00e4gt sich ausschlie\u00dflich aus Privatspenden, wir unterst\u00fctzen ihn mit Arbeitsmaterial und monatlichen Maismehl- und Brotmehllieferungen. Als Gegenleistung nimmt die Aris-Schule dann trotz knapper Pl\u00e4tze unsere Kinder aus dem Kapps-Kindergarten auf. F\u00fcr die Kapps-Kinder ist es unm\u00f6glich, eine normale staatliche Schule in Windhoek zu besuchen, es besteht weder eine Bus- noch eine Bahnverbindung nach Windhoek. F\u00fcr Kinder, die Verwandte in Windhoek haben, ist es m\u00f6glich, unter der Woche dort zu wohnen und die Schule zu besuchen. Diese Kinder sortieren wir bei der Wahl f\u00fcr die Aris-Schule aus, damit wirklich bed\u00fcrftige Kinder in der Schule angemeldet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p align=\"center\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 11.01.2006 war Schulanfang in Namibia. Einige Schwierigkeiten im Kapps-Kindergarten konnten gel\u00f6st werden, die Schuluniformen f\u00fcr die einzuschulenden Kinder wurden gekauft und in Anwesenheit der Eltern ausgegeben. 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